Planetarische Bauern

Planetarisch Planetary

Planetares Sein: Sternenstaub, wir sind!

Ich war am 2.9. zum Relaunch des Magazins zur Ausstellung von Werkleitz „Planetarische Bauern“ –noch bis Sonntag im Kunstmuseum Moritzburg in Halle zu sehen – Veranstaltungsort war die „spore Intiative“ in Berlin, eingeladen. Ein toller Bau, toller Garten und einer Bibliothek mit Sendungsbewusstsein.

Lins: Wolfgang Schwärzler, Grafik, Moderation Alexander Klose, Kurator des Werkleitzfestivals und der Publikation

Spore definiert sich als Raum für „gemeinsames Lernen“ – ich durfte auf englisch sprechen, habe ich gleich gemerkt, dass es sich um eine höhere Ebene handelt :-), wir sprachen ja auch von „Planetarismus“. Dieser Abend war gelebte Bildung, Samen, Sporen, die in die Welt getragen werden.

Wie wichtig, dass es diese Räume gibt. Gelebte Demokaratie, die anwesenden Künstler und wir vertreten unsere Leistung: der Vermittlung der Wertschätzung unserer „Normalität“, Steffen Mau schreibt in „Triggerpunkte“, dass sich Normailtät im soziologische Bereich an den Ränder der Grenzbereiche definiert, dort wo Stimulation und Ablehnung aufeinander treffen. Irritation.

Das Credo meines Vaters: Wolff-Ulrich Weder, emeritierter Prof. für Gestaltungsgrundlagen an der TU Dresden, war: Schlechte Lehre will imitieren, gute Lehre will irritieren! Kunst irritiert im besten Fall, der Blick ändert sich. Die Erkenntnis, das AHA-Erlebnis ist wohlig schön. Dopamin ist Lernen, Motivation ist alles! Kunst ist Lehre, sie massiert unser Gehirn.

Zucker und Salz – in der Ausstellung in der Moritzburg zu sehen. Der Zuckerbezirk Halle vs. die planetare Ästhetik eines Salzsees (Viktor Briem), gestern sah ich im Zeitmagazin planetare Aufnahme von wahrer Schönheit: Abraumberge, Kupferseen, Phosphor Gips, und nicht zu vergessen Sebastião Salgado (1944–2025), der den Atem der Welt einfing. https://www.3sat.de/film/dokumentarfilmzeit/das-salz-der-erde-102.html.

Hans Finsler, Zucker
Zucker, Arbeit von mir, 2025: Zucker, Dopamin, Belohnung: „Die Dosis macht das Gift.“ (Franko Yudhistira Loddo <3)
Viktor Briem, in meinen Augen die stärkste Arbeit in der Ausstellung!

Im Moment sprießen die Bedürfnisse nach Natur wie Pilze aus dem Boden (Mara Sandrock: to mush the room), oder Kathatrina Gahlert https://www.kunststiftung-sachsen-anhalt.de/veranstaltungen/stella-matko/, deren Zungen wie eine Art Baumpilzstruktur um Säulen wachsen: das Künstlerinnenkollektiv Stella Matko, resoniert ebenfalls mit der Natur: Michal Fuchs, Nora Mona Bach. Unsere aktuelle Publikation „Lichtblicke“ (Hjördis Baacke). Warum ist das so? Ich kann nur von mir schließen: etwas ist im Schwingen. Die Natur: ich brauche sie – aber sie braucht mich nicht.

Katharina Gahlert, Stella Matko, noch bis 13.9. in der Galerie Scherzer zu sehen
Stroh zu Gold: Michal Fuchs, vor Nora Mona Bach, Stella Matko, noch bis 13.9. in der Galerie Scherzer zu sehen

Mein morgendliches Bad im Fluss; der Blick ins Grün, dabei im Gegenstrom schwimmen. Alles vereinzelt sich, ständig bin ich damit beschäftig, Anschlüsse zu verbinden, Strom fließen zu lassen, Akkuteile zu suchen, nicht den Anschluss verlieren: mit welchem Zweck: Schaue ich zurück: 2005 habe ich den Sächsischen Staatspreis für Design mit einem Kochbuch gewonnen, meine theoretische Arbeit (die ich bei Prof. Beatrice von Bismarck absolvierte) hatte den Titel: „Der Faktor Mensch“. Uns beschäftigt nur unser Menschsein: Treffen sich zwei Planeten. Fragt der eine: „Du siehst ja übel aus, was ist denn mit dir los?“ „Ach ich glaub, ich hab Homo sapiens.“ „Ach so, keine Sorge, das geht vorüber.“

Dort!

Alisa Feist https://www.alisafeist.com/, Antje Matjewski, Ulrike Kuschel beschäftigen sich in der Ausstellungen und im Textteil der Publikation „Planetarische Bauern“ mit eben dieser Frage. Wo Alisa Feist die astrologische Konstellation beschreibt, die jetzt im Zeichen der Fische steht, wie vor 500 Jahren. Der Begriff des Kali-Zeitalters ist auch für dieses Jahr in meiner Realität aufgetaucht. Bei diesem Text erscheint für mich ein Tunnel in ein Paralleluniversum, ein Wurmloch, eine Krümmung der Raumzeit. 2025 ein gutes Jahr für Transformationen! Das Lektotrat mit der fantastischen Katrin Günther, freue mich auch wieder einmal über dies Konstallation auf der textlichen Basis.

Eben da!
Alisa Feist: Bauernkalender 2: Die Sterne stehen gut für eine Transformation!

Spore, leider war ich nicht in Eurer Bibliothek, die mir empfohlen wurde, hole ich nach! Danke! Bianca Koczan; wie schön das wir uns bei Spore getroffen haben. Gemeinsam an der Burg Giebichenstein gestartet: Bildung, Lehre, gemeinsames Lernen – sind wir am Ziel?

Der Mensch benutzt seinen Kopf, leider nur zu einem sehr kleinen Prozentsatz: 10%, sobald er mit der Hand schreibt, werden im gesamten Hirn Areale genutzt. Der Körper und das Hirn. Wer ist mit wem auf so einer Veranstaltung? Der Körper mit dem Kopf oder anders herum? Im authentischen Kundalini Yoga fragt Rüdiger Har-Anand: Wer spricht? Auf welche Stimme hören wir?

Was machen wir mit dem Rest unseres Gehirns? Wir nehmen war, was geschieht und bewerten unablässig mit allen Sinnen. Wobei es dem Hirn egal ist, ob etwas real stattfindet oder nur imaginiert wird. Es leuchten die gleiche Areale auf. Nun ist es so wie mit einer Diätlimonade, die Zuckeraustauschstoffe anbietet, der Körper wird nicht satt. In der Stadt zu leben, in der die Böden versiegelt sind, an Monitoren in Social Media, ein ständiger Widerspruch mit unserem So-Sein. Die Natur ist unsere Natur.

Ulrike Kuschel mit archachischen Streitwerkzeugen aus dem Bauernkrieg vor 500 Jahren – diese verknüpfe ich gleich wieder mit Torsten Enzio Richter, der gerade den Kunstpreis Mitte mit seiner deliziösen Bleistiftkunst verdient gewonnen hat. Ich kann diese Arbeiten nicht voneinander getrennt sehen, die feine Arbeit von Richter hat ebenfalls archäologische Qualität, ebenso wie das Filmdokument von Kuschel. Arbeit an und mit Werkzeugen.

Ulrike Kuschel; Moitzburg Halle
Torsten Enzio Richter und ich im Kunstraum Orthloff, April 2025

„Lichtblicke“ von Hjördis Baacke, „Op Tiet“ von Yvette Kießling, „Tavignanu“ von Franziska Guettler, „Metamorphit“ von Nora Mona Bach, die immerwährende Verbindung von Detel Aurand zu Island – was ernährt uns?

„Jane Bennett: Lebhafte Materie“ (Verlag Matthes & Seitz Berlin) der Natur und allen Dingen liegt Resonanzpotenial inne.

„Hartmut Rosa: Resonanz“, das Kapitel zur Natur und die Abspaltung in der Moderne: LESENSWERT!

Oder das Buch von Wilhelm Stölb: Waldästhetik: „German Wald“ ich assoziere dabei „German Angst“, ich denke an das Gewicht von aus Papier gebundenden Publikationen, ich denke an mein Glücksgefühl, wenn ich draußen sein darf. Am 17.9. mit Hjördis Baacke am Pistorissteg, wenn wir ihre Lichtblicke zusammen mit Ulrike Brinkmann und Janin Wölke vorstellen.

Das Mythische in der Natur. Wir sind Natur, das ist unsere „Normalität“, die „Triggerpunkte“ haben sich an weit entfernte Ränder außerhalb unseres Körpers verschoben.

Das Mytische in der Natur: Die Entstehung der Tier-und Pflanzenarten in der antiken Mythologie, Stefan Demuth
17.9. Buchpräsentation Hjödis Baacke, am Fluss

„Planetarische Bauern“ ist eine wichtige Publikation, die hier vorliegt, bestes Arbeitsmaterial. Danke Werkleitz! Danke Thomas Bauer-Friedrich, Kunstmuseum Moritzburg und den KünstlerInnen Support: #monderndenken, dem Land Sachsen-Anhalt, Kulturstiftung Sachsen-Anhalt.

Eröffnungsabend: Thomas Bauer-Friedrich, Kunstmuseum Moritzburg und Werkleitz und die KünstlerInnen, Verweis auf die dezentrale Landesausstellung „Gerechtigkeyt 1525“, support: #monderndenken, Land Sachsen-Anhalt, Dr. Sebastian Putz, Kulturstiftung Sachsen-Anhalt

Wir alle sind Sternenstaub. Am Ende des Regenbogens finden wir den Schatz.