ISABEL KITTLER
„Vergiss mein nicht! – Die letzten Ostfrauen
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Isa, du hast alle Fäden in der Hand gehabt, es war eine satte und reiche Athmosphäre bei dir. Die Vibes haben alles zum Schwingen gebracht, die Sektgläser haben geklirrt. Wann habe ich das letzte Mal so mit Freundinnen getanzt? Ausgelassenheit, Gelöstheit. Kundalinipower. Samthose und knallrote Westernstiefellette, was will Ostfrau mehr?
Teilhabe, Anerkennung, Bezahlung, Rente, Sichtbarkeit. Eine Autobahnbrücke über die gendergap. Wirksamkeit.
Wusste ihr dass es lange Zeit ein Lehrerinnenzölibat gab? Meine Großmutter war Lehrerin, meine Tante auch. Wissen weitergeben, die Sache am laufen halten, DAS machen wir. Selbstverständlich für uns. Wir transformieren Energie, sind Durchlauferhitzer unserer Zeit.
Das „Gras was im Westen grüner war“ die mit Verve und Herz gehaltene Rede von Katrin Nickeleit, Psychoanalytikerin und Portraitierte, wird in unserem Buch eingang finden. Bitte unterstützt die Startntext-kampagne:
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„Wenn ich darüber nachdenke, ist es wirklich so, dass ich stolz bin, eine Frau aus dem Osten zu sein. Das hat damit zu tun, dass ich zu dieser besonderen Art von Selbstbestimmtheit erzogen wurde.“ (Kat Menschnik)
Huch, da ist es ja wieder! Das Wochenende der Wiedervereinigung – jedes Jahr aufs Neue stellt sich die Frage: ist die Wunde gut verheilt? Ist zusammen gewachsen, was zusammen gehört?
Letztes Jahr war ich bei einer Diskussion unter anderem mit Steffen Mau in der Landesvertretung des Freistaates Sachsen in Berlin, ich verstand, was er sagte und hatte den starken Impuls, alle Etiketten zu entfernen, die in der Diskussion zu Orientierungszwecken an ihm angebracht wurden, z.B. „ostdeutscher Soziologe“. Sein Buch „Triggerpunkte“, habe ich gekauft, dringend empfohlen. Meine Mutter, Jahrgang 44, war eine „Ostfrau“ aus Dresden, die auch an diese Außengrenzen unterwegs war. Die Frage nach einer gläsernen Decke, an die ich jetzt immer öfters stoße, das war für die Generation meiner Mutter keine Frage – ich kann mich nicht erinnern, dass ihr Geschlecht jemals eine Rolle gespielt hat, solange es um sachliche Inhalte ging. Die Herkunft aus dem selbstbestimmten „Sein“ einer „Ostfrau“ war in meiner kindlichen Warnehmung meiner Mutter als eine „Gründerin“ ohne Diskussion: sie truge(n) ihre Koffer selbst und damit konnte der Weg gegangen werden: dieser wurde nach ihr benannt: Friederike-Beier-Weg https://www.neustadt-ticker.de/146386/aktuell/friederike-beier-weg
Ich selbst bin eine Tochter einer Ostfrau, befinde mich in meiner Lebensmitte: Kulturschaffende, Verlegerin, Gestalterin, Frau unter 50, Mutter, von Mädchen, Exfrau, Künstlerin, Bildende: Triggerfolien, die übereinander liegen, wenn an einer gezogen wird, entstehen Interferenzen, wilde Muster in der Realität. Wie Steffen Mau in „Triggerpunkte“ formuliert: Triggerpunkte enstehen dort, wo an der Normalität „gekratzt“ wird.
Diese Normalität, was ist heute selbstverständlich für uns? Dass Schule und Bildung umsonst ist, das wir Kulturschaffende auf diese Weise Demokratie leben? Isabel Kittler, in ihrem „normalen“ Leben an dieser Triggerfolie unterwegs: als Lehrerin, mein Respekt dafür! Mit ihrer Lebenserfahrung weiß sie, dass es wichtig ist JETZT hinzusehen; Zeuge zu sein, Zeugnisse zu schaffen: Sie hat sie gesehen und für uns fotografiert: „Die letzten Ostfrauen“. Ich freue mich auf Gespräche, und auf die Rede der Psychonalytikerin und Yoga-Lehrerin Katrin Nickeleit. Ich werde mein Buch von Mau zur Signatur mitbringen:-)
Das Buch von Isabel Kittler erscheint im nächsten Jahr bei uns. Bitte unterstützt die Realisierung dieser Publikation: https://www.startnext.com/vergiss-mein-nicht
Mit Texten von Steffen Mau, Katrin Nickeleit, Sabine Rennefanz
104 Seiten, Hardcover
ca. 40 Abbildungen
19,5 x 27,5 cm
978-3-910640-12-2 (deutsch)
34,–
Bitte unterstützt die Startntextkampagne:
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Porträts von Ostfrauen
„Im Rahmen der diesjährigen Masterclass bei Ute und Werner Mahler [Fotoagentur Ostkreuz] beschäftigte ich derzeit mit Porträts von Ostfrauen, die in der DDR geboren sind, ausgebildet wurden und bereits berufstätig waren, also auch eigene Entscheidungen getroffen haben.
Mich treibt die Frage um: Was bleibt von uns? Ostfrauen wird es in 20 bis 30 Jahren nicht mehr geben, sie sterben quasi aus und es geht somit eine Ära einer speziellen Personengruppe zu Ende, was mich emotional sehr bewegt und dazu ermutigt hat, 35 von ihnen zu porträtieren und zu zeigen.“ (Isabel Kittler)







KATRIN KUNERT
4.10.25, 19.00,
Ausstellung Katrin Kunert
Kulturstiftung Leipzig
Alte Nikolaischule
Anfang im Ende. Malerei und Grafik aus den Jahren des politischen Umbruchs
Mit einem Künstlerinne-Gespräch mit Dr. Jeannette Stoscheck, stellvertretende Direktorin, Museum der bildenden Künste Leipzig
Diese Publikation ergänzt das Thema der Ostfrauen aus dem künstlerischen Selbstverständnis einer Malerin, die die Wende „vermalt“ hat. Katrin Kunert und Dr. Sarah Alberti geben in dem Gespräch ein Dokument dieser Zeit ab.















