Resonanz

Bin gerade vom See ins Büro, ich spüre ein Kribbeln auf der Haut. Erfüllt von Kühle und Sonne, Schwing. Ich denke mittlerweile fast nur noch in Fotos, in Bildern, ich hatte mir Brennesseln für einen Tee mitgenommen, als ich sie in die Thermoskanne stopfte, das sah so schön aus, fühlte ich den Impuls ein Bild für Instagram zu machen, bevor ich mich in meinen einsamen Raum am Monitor zurück ziehen muss, denn das ist meine Arbeit, die ich mir selbst ausgesucht habe. Ich erfülle! sie und gehe damit in Vorleistung, denn zunächst ist das Leere. Diese wird zum Dauerzustand. In einer digitalen Welt, in der Kommunikation den räumlichen Abstand überwinden muss, wird die Vorleistung vor der eigentlichen Arbeit – in meinem Fall der Buchgestaltung – zum Dauerzustand. Alles strebt zum produktiven Arbeiten, die Kraft verliert sich in der Vorbereitung. Meine Handschrift befindet sich in einem Dämmerzustand, weder Fisch noch Fleisch, ich muss dringend wieder in diese Ausdrucksroutine kommen.

Als ich bei „meinem“ Goldschmied Rudolf Kucéa diesen Mai Silbernuggets für den Kigaaustritt meiner kleinen Tochter gemacht habe, dachte ich: wie fantastisch diese Wertschöpfung: keine Emails, keine Belege, keine Lizenzen, keine Zeitpläne, Telefonate, keine Rechteklärung, einfach Metall in Form: geschmolzen, transformiert, haltbar, dem Wert entsprechend aus dem es besteht: „Wert-geschöpft“, dazu noch mit einer Erinnerung verbunden.

Mein Leben besteht aktuell fast ausschließlich aus dem entkörperten Verwalten von Vorgängen, dem Ablegen von Kommunikation, in Sedimenten, aller 5 Jahre muss ich alle Sedimente umgraben und auf neue Speichermedien ablegen, dabei habe ich das Gefühl, diese Arbeit ist ziellos und versperrt wegen ihrer immer ausufernderen Fürsorgepflicht für Systeme, auch da meine Kinder ihre Digitalität an mich gekoppelt erlernen müssen, meinen Blick auf das große Ziel. Ich bin das Nadelöhr der Zeit.

Will ich gestalten, muss ich ein resonantes Umfeld erschaffen: mich vorher mit der Natur verbinden, alle To Do Listen weglegen, Bücher lesen, Körpermeditation, mein Herz und Kopf öffnen, satt sein. Um mich mit dem Inhalt eines anderen Menschen zu verbinden, um in den Fluss zu kommen, bedarf es der gleichen Hingabe und Vorbereitung, wie für eine Nacht mit dem Geliebten. Zur Zeit ist in meinem Rucksack regelmäßig etwas anderes „im Fluss“: Kaffee aus dem Thermobecher oder Smoothie der nicht richtig verschlossen war, schnell, schnell am Morgen – wie sehr mich diese „mütterliche“ irrelevante Nacharbeit dann wieder abhält von der wichtigen Verbindung zur Relevanz – zu mir.

Auch das ist ein Grund, warum sich viele Künstlerinnen gegen Mutterschaft entscheiden. Kinder ernähren sich aus diesem Resonanzraum, da er aus der privaten Ressource entspringt, Bedürfnisse werden daraus gestillt. Das Telefon ist immer an. Das Band schwingt immer nach. Eine spalterische Höchstleistung, in diesem Transitbereich alles zu vergessen und einzutauchen in den Sog der Gedanken und Impulse. Ich sehe ein gleiches System, beide Systeme erfordern große Vorleistung um überhaupt zu funktionieren, aber dann ist keine Höchstleistung möglich, da die Kraft auf der Stabilisierung der Basis in der Breite zerrinnt. Das ist kein „Machthunger“ oder Egoismus, ich verstehe nur nicht, warum ich mich mit Schlechterem zufrieden geben soll, wenn ich weiß, dass ich Besseres leisten kann. Mich begleiten Unica Zürn (Danke Lou Hoyer für diese Begegnung), Martina Kügler, starke Seelen.

Torte: Zucker
Rohkost: Unica Zürn, Im Staub dieses Lebens. Dreiundsechzig Anagramme, Alpheus Verlag
Zeichnung von mir, ich bin ein Fan von knackigen Möhren.

Ich freue mich deshalb über neue nährende Resonanzräume: Stella Matko https://www.kunststiftung-sachsen-anhalt.de/veranstaltungen/stella-matko/, eine vielseitige „Persönlichkeit“ (Künstlerinnenkollektiv), mit einem Anteil der einzigen Nora Mona Bach. Laufende Austellung Galerie Paul Scherzer, Halle https://paulscherzer.com/, wo wir uns vor zwei Jahren das erste Mal trafen.

Das Magazin Planetarische Bauern von Werkleitz https://werkleitz.de/ und dem https://www.kunstmuseum-moritzburg.de/ zur noch laufenden Ausstellung im Museum im Kontext 500 Jahre Bauernkrieg https://www.gerechtigkeyt1525.de/Landesausstellung/ Absolut lesenswerte Texte: zB „Bauernkalender 2“ von Alisa Feist https://www.alisafeist.com/ – die Verbindung der kosmischen Konstellation einer Planetenkonstellation von Neptun und Saturn wie vor 500 Jahren, 2025: ein Jahr des Wandels und der Transformation, die Zeichen stehen gut, alte Muster zu überwinden.

Große Resonanz: ich als Gestalterin vor Nora Mona Bach in der Burggalerie in Halle, Mai 2025, Preisträgerin Kunstpreis Sachsen-Anhalt 2024, #moderndenken
Stella Matko, KünsterInnen Kollektiv mit und vor Nora Mona Bach, Galerie Paul Scherzer, Halle
back to nature: Planetarische Bauern, Kulturstiftung Sachsen-Anhalt
Antje Majewski, Planetarische Bauern, die Erde die in meinem Traum heute Nacht durch meine Hand rieselte, erinnert mich
Alisa Feist: in „Planetarische Bauern“: Die Sterne stehen gut, zum Überwinden alter Muster

Wie meine Mutter, Friederike Beier (Danke), immer zu sagen pflegte: „Nichts ist sicher, außer der Wandel.“ Zur Beruhigung empfehle ich Fußmassage, in der Mitte des Fußes befindet sich der Solarplexus, für Beruhigung und bei Angst. Sehr wohltuend.

Michel Houellebecq und Bodo Schäfer, diametrales Kopfkino, bei Schwindel hilft Fußmassage

Oder eine Berührung des Leinens vom Umschlag für Yvette Kießlings: Op tiet, ein Ausblick über den Horizont hinaus. Bei einer Landpartie miteinander entdecken wir Heuballen und ich dachte (Resonanz) sofort an meinen alten Freund David Schnell (13.9. Tombola mit „Land-in-Sicht e.V.“ auf dem Spinnereirundgang – ich beteiligte mich Anfang des Jahres mit einem Motiv für die Kampagne „Mach-Dein-Kreuz“) https://land-in-sicht-ev.de/. Die Verbindung zur Natur verbindet viele Künstler mit einem Resonanzraum, das Gegenstück zur zivilisierten Welt: Natur, Wald: Hjördis Baacke Lichtblicke 12.9. Buchpräsentation im Tapetenwerk, Wihelm Stölbs Text über Wälder und Menschen, die Geheimnisse des Waldes, der Hort des Lebens, greift diesen Gedanken auf.

Yvette Kießling: Op tiet
12.9. Hjördis Baacke Buchpräsentation Tapetenwerk Leipzig

Yvette Kießling, Annette Schröter, Mandy Kunze, Detel Aurand, Nora Mona Bach, Isabelle Dutoit, Mara Sandrock, Franziska Guettler, Barbara Proschak, Künstlerinnnen bei MMKoehn im Programm, die sich mit der Natur als Gegenüber verbinden und aus dieser Resonanz ihr Werk entstehen lassen.

Ich war diese Woche im Neuen Rathaus und fragte nach der Cityfonds-förderung, ich habe ein Ziel für einen Raum für essenzielle Berührung, leider ausgelaufen. Ich schaute in ein Büro, dass nüchterner nicht sein konnte, und fühlte Demut, dass ich in den See springen kann, dass ich weiß, es ist möglich. In meiner Realität, ich erschaffe sie selbst. Das ist ein großes Privileg.

22.8. Blech raumfuerkunsthalle, mit Constanze Victoria Thieleke und Michael Seefeldt, in Halle

28.8. Hartwig Ebersbach in der Kunsthalle Talstraße in Halle: A(U)KTION ARCHE NOAH XXXEin Abend mit Hartwig Ebersbach, Matthias Brenner und Cornelia Heyse

Danke an Annemarie Birch die mir „Hartmut Rosa: Resonanz“, Suhrkamp Verlag Wissenschaft empfohlen hatte, meine Sommerlektüre.

Hartmut Rosa: Resonanz: die Abwesenheit der Erfüllung ist wesentlich für das resonanzgeschehen in der Kunst, nur im Mangel wird diese Resonanz verstärkt

2.9. Release Party des Magazins Planetarische Bauern bei Spore https://spore-initiative.org/de/ in Berlin. Lassen wir es Schwingen. Zetzt hat dieser eigentlich kurz geplante Blog eintrag einen Tag doch gedauert, ich bin in Resonanz mit Inhalten gekommen… Kommt gut durch den Tag.

3.9. Helmut Brade: Galerie Bausmann, Halle https://galerie-bausmann.de/

4.9. Finnissage Made in Sachsen, Chemnitz

Werkschau Made in Sachsen, bis 4.9.laufend, dort ebenfalls vertreten: Klara Meinhardt, Dorothee Liebscher, beide mit einem Buch bei mir erschienen – und mein Klassenkamerad aus Dresden, Amac Garbe, wir teilen uns einen Tisch, welch Zufall https://www.stadtluft-dresden.de/
This morning: echtes Wasser
Mein Traum heute Nacht: das Wasser steigt, wir fliehen, in Sicherheit schauen wir auf die Baustelle, durch Erschüttererungen wird ein Tsunami auslöst werden, in der Mitte des Meeres ist ein großer Gullideckel, in den eine riesige Maschine hineinbohrt, alles wird davon erschüttert, der Gulli wirkt am Rand schonwackelig. Wir sind auf unserer Anhöhe sicher, eine Moräne schlängelt sich kurz aus dem trockenen Baumstamm, sie hat schöne Farben und gelbe Augen, die Erde ist trocken und zerbröselt in meiner Hand, alles ist sicher hier oben, geschafft.
Vorhergehende Szene: ein Graben mit flaschengrünem Wasser, ich falle kurz hinein, komme aber schnell wieder hoch, wundere mich warum so viel Wasser da ist, muss mich in Sicherheit bringen